Menschen des Salons

Christiana Bukalo

Gründerin und CEO von Statefree; Staatenlosigkeit sichtbar machen – Zugehörigkeit rechtlich ermöglichen

Christiana Bukalo

Christiana Bukalo ist Gründerin und CEO von Statefree, der ersten Organisation in Deutschland, die sich systematisch mit Staatenlosigkeit beschäftigt. Sie wurde selbst staatenlos in Deutschland geboren und setzt sich dafür ein, Staatenlosigkeit rechtlich anzuerkennen, gesellschaftlich sichtbar zu machen und langfristig zu überwinden. Statefree verbindet dafür politische Arbeit und Aufklärung mit Community Building und Technologie.

Was mich antreibt

Mich treibt die Frage an, wie wir für Menschen ohne anerkannte Staatsangehörigkeit echte Zugehörigkeit und Rechtssicherheit schaffen können. In Deutschland leben knapp 120.000 Menschen ohne anerkannte Staatsangehörigkeit, doch bis heute fehlt ein rechtliches Verfahren, mit dem Staatenlosigkeit verbindlich festgestellt werden kann. Mit Statefree arbeite ich deshalb gemeinsam mit staatenlosen Menschen, Rechtsexpert*innen, Behörden und Politik an strukturellen Lösungen – unter anderem an einem digitalen Verfahren zur Anerkennung von Staatenlosigkeit.

Warum gerade jetzt?

Kriege, politische Konflikte und autoritäre Regime gehören zu den wichtigsten Treibern von Staatenlosigkeit. Zugleich kann Staatsangehörigkeit dort, wo Demokratien unter Druck geraten, selbst zum politischen Instrument werden. Gerade Deutschland trägt aufgrund seiner Geschichte eine besondere Verantwortung, Staatenlosigkeit nicht als Randthema zu behandeln. Hinzu kommt: Rund 43.000 Minderjährige leben hier staatenlos oder mit ungeklärter Staatsangehörigkeit – und wachsen damit in einem dauerhaften Kampf um Zugehörigkeit, Identität und Selbstentfaltung auf.

Komm an meinen Tisch, wenn …

… du darüber diskutieren möchtest, wie wir Staatenlosigkeit rechtlich und politisch angehen können – und wie sich Menschenrechte, staatliche Rechtssicherheit, technologische Innovation und das Recht auf Zugehörigkeit miteinander verbinden lassen. Mich interessiert besonders, wie Lösungen entstehen können, die nicht für Betroffene, sondern gemeinsam mit ihnen entwickelt werden und sich dauerhaft politisch und gesellschaftlich verankern lassen.

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Jetzt ist die Zeit. · 30.09.2026