Menschen des Salons

Kristina Krömer

Gründerin und Projektleiterin von metro_polis, Demokratiearbeit in Straßenbahnen

Kristina Krömer

Kristina Krömer ist Gründerin von metro_polis und versteht sich als Vermittlerin zwischen unterschiedlichen gesellschaftlichen Positionen und als Demokratiepraktikerin des Alltags. Mit metro_polis bringt sie demokratischen Diskurs dorthin, wo ganz unterschiedliche Menschen ohnehin aufeinandertreffen: in Straßenbahnen und Zügen. Aus Gesprächen mit inzwischen rund 16.000 Fahrgästen hat sie die Methode der „Agoration“ entwickelt – einen moderierten, kollektiven Erkenntnisprozess, der konstruktive Verständigung auch über kontroverse Fragen ermöglichen soll. Das 2019 in Dresden gestartete Projekt arbeitet inzwischen auch mit Politik und Stadtverwaltungen zusammen und verbindet deren Fragen mit den Erfahrungen und Perspektiven von Bürger:innen.

Was mich antreibt

Mich treibt die Frage an, wie wir gesellschaftlichen Zusammenhalt und demokratische Diskursfähigkeit gerade bei Menschen stärken können, die vom politischen Diskurs kaum noch erreicht werden. Demokratie darf nicht nur in Parlamenten, Talkshows oder formellen Beteiligungsverfahren stattfinden. Sie muss im Alltag erfahrbar werden – dort, wo Menschen mit unterschiedlichen Erfahrungen und Überzeugungen tatsächlich aufeinandertreffen. Mich interessiert, wie aus Zuhören, Perspektivwechsel und gemeinsamer Reflexion wieder die Erfahrung entstehen kann, trotz aller Unterschiede an gemeinsamen Problemen zu arbeiten.

Warum gerade jetzt?

Wir stehen vor grundlegenden Fragen: Wie verteilen wir Ressourcen? Wie reagieren wir auf eine Weltordnung, in der Krieg wieder eine größere Rolle spielt? Wie lösen wir gesellschaftliche Konflikte friedlich – und welche Vorstellung einer guten Zukunft kann uns verbinden? Gleichzeitig erleben wir zunehmende Fragmentierung und verhärtete Debatten. Deshalb brauchen wir neue Methoden, mit denen wir gemeinsame Probleme auch gemeinschaftlich bearbeiten können.

Komm an meinen Tisch, wenn …

... du Zugang zu politischen Entscheidungsträgern hast, die neue Beteiligungsformate ausprobieren wollen; wenn du Demokratie auch in Unternehmen als Lebensform stärken möchtest; wenn du KI-Kompetenz in ein gesellschaftlich relevantes Projekt einbringen kannst – oder wenn du Lust hast, dabei mitzuhelfen, ein heute noch lokales Modell demokratischer Verständigung größer und skalierbar zu machen.

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Jetzt ist die Zeit. · 30.09.2026