Mo Asumang
Filmemacherin, Autorin und Mitgründerin von MoLab e.V.. Mit Dialog und Haltung die Demokratie stärken

Mo Asumang ist Filmemacherin, Autorin, Moderatorin und eine der profiliertesten Stimmen gegen Rassismus und Rechtsextremismus in Deutschland. In ihren Filmen und ihrer Bildungsarbeit sucht sie bewusst das direkte Gespräch mit Menschen, die rassistische, antisemitische oder demokratiefeindliche Positionen vertreten. 2021 gründete sie gemeinsam mit Frank Labitzke den Verein
MoLab e.V., der Menschen darin trainiert, solchen Haltungen souverän, dialogorientiert, aber auch versöhnlich zu begegnen.
Was mich antreibt
Mich treibt die Frage an, wie wir Menschen befähigen können, für Demokratie und Menschenwürde einzustehen, ohne den Dialog mit Andersdenkenden vorschnell abzubrechen. Ich habe selbst Rassismus, Gewalt und Morddrohungen erlebt – und dennoch erfahren, dass Neugier, Menschlichkeit und ein wirkliches Gespräch verhärtete Fronten aufbrechen können. Mit MoLab möchte ich deshalb Menschen das Handwerkszeug geben, gleichzeitig klar und mit Menschlichkeit in ihrer Haltung zu bleiben und im Alltag aktiv gegen Hass und Ausgrenzung einzutreten.
Warum gerade jetzt?
Demokratiefeindliche, rassistische und antisemitische Positionen sind längst nicht mehr nur an gesellschaftlichen Rändern zu finden. Zugleich erleben wir Polarisierung, Sprachlosigkeit und eine wachsende Schwierigkeit, überhaupt noch miteinander ins Gespräch zu kommen. Gerade deshalb müssen wir demokratische Auseinandersetzung wieder lernen: sich nicht triggern zu lassen, Konflikte auszuhalten, Grenzen zu setzen und trotzdem die Möglichkeit offenzuhalten, dass Menschen sich verändern können.
Komm an meinen Tisch, wenn …
… du darüber diskutieren möchtest, wie wir der gesellschaftlichen Polarisierung begegnen können, ohne uns selbst weiter voneinander abzuschotten – und wie aus Haltung, Mut und Dialog konkrete demokratische Praxis werden kann. Mich interessiert besonders: Wie reden wir mit Menschen, deren Überzeugungen wir fundamental ablehnen – wie laden wir sie in die Reflexion ein und wo liegen die Möglichkeiten, aber auch die Grenzen des Dialogs?